Denken wir die Zukunft?

Der Weg in eine neue, bessere Welt erfordert unser aktives Denken

Nach über einem Jahr Pandemie, die eine Stagnation in nahezu allen Bereichen und vor allem eine zunehmende Hoffnungslosigkeit im Fühlen vieler Menschen brachte, stellen sich wohl aktueller denn je die Fragen nach praktisch gangbaren Wegen in eine zukünftige solidarische Kultur Europas und der Welt. Ein nur passives Abwarten auf die Rückkehr der uns versprochenen sogenannten Normalität, wie es häufig aus Bequemlichkeit geschieht, ermöglicht es heute geradezu Menschen mit Machtinteressen ihre Visionen einer global kontrollierten Gesellschaft und einer neuen Weltordnung, quasi wie ungestört und mit Hilfe der verschiedenen Systeme, die alle für Geld zu kaufen sind, zu denken, vorzustellen und Schritt für Schritt zu etablieren.

Aus diesem Grund einer weltweit erlebbaren Korruption von allen etablierten Systemen, erscheint es heute so entscheidend wichtig zu sein, dass jeder Einzelne, der eine bessere Zukunft für viele Menschen wünscht, die auf rationalen, universal gültigen Gedanken aufbaut und somit dem Wohle der ganzen Menschheitsfamilie gerecht wird, damit beginnt, seine Ideen eigenständig zu denken, seine Ideale immer konkreter werdender vorzustellen und sie schließlich nach und nach in eine mutige Ausgestaltung und Realisierung zu führen.

Die übergeordnete Bedeutung der großen Ideale der Menschheit

Große Menschheitsideale, wie beispielsweise die Idee der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, finden sich in gewisser Weise auch heute im Grundgesetz der Verfassung mit den Grundrechten aller Bürger wieder, wie das Recht der unantastbaren Würde, der Religions- und Meinungsfreiheit oder der körperlichen und seelisch-geistigen Unversehrtheit. Warum aber sind diese Ideen nicht lebendig und warum entfalten sie gegenwärtig so wenig Kraft, sodass geradewegs die gegenteilige Mächte heute massiv vorherrschen können?

Diese Fragen wird sich heute wohl jener ganz besonders stellen, der sich gegenwärtig in einem regelrechten Freiheitskampf für eine bessere Welt befindet. Wie werden hohe geistige Ideen zu lebendigen Kräften, die eine Wirksamkeit freisetzen können und uns nicht nur, wie verblassende Theorien verloren zurücklassen? Wie können wir unsere seelisch-geistigen Kräfte und Kapazitäten, die uns heute nicht nur abgesprochen werden, sondern gegen die ein regelrechter Raubzug stattfindet, vor weiterer Schwächung schützen und stärken? Wie trainieren wir unser Bewusstsein und unseren Geist auf ein höheres Niveau, von dem aus wir tatsächlich, im Sinne der Verwirklichung hoher Menschheitsideale, wirksam werden können?

Mit diesen Fragen berühren wir die Suche nach wahrhaftiger, rationaler Spiritualität, die nicht bei einem Auffinden einer rein nur subjektiven Erfahrungs- und Erlebenswelt stehenbleibt, sondern die die Grenzen zu einer Schau der metaphysischen Realitätsebenen überschreiten und transzendieren lernt. Die Suche nach konkreten Möglichkeiten für eine praktische Schulung der seelisch-geistigen Fähigkeiten gewinnt heute, ganz im Sinne weiterführender und zukünftiger Entwicklungsfragen, die uns aus dem Materialismus und einem reinen Konsumverhalten herausführen, für viele Menschen eine große und unausweichliche Bedeutung.

Die Notwendigkeit einer zeitgemäßen systemfreien Spiritualität für die Entwicklung einer individuellen Wirksamkeit und Ausstrahlung

Die Suche nach geeigneten, wahrhaftigen spirituellen Quellen führt gerade im westlichen Kulturraum zu den beiden zeitgenössischen Persönlichkeiten Rudolf Steiner, mit seinem umfassenden Werk der Anthroposophie und zu der in Italien lebenden und wirkenden Persönlichkeit Heinz Grill, mit seinem Werk des Neuen Yogawillens. (Zum bisherigen Lebensweg und Lebenswerk von Heinz Grill siehe auch das von der Autorin dieser Website vorliegende Buch: „Über die Einheit von Mensch und Werk“).

Nach verschiedenen esoterischen Aussagen beider Persönlichkeiten besteht ein tiefer Zusammenhang zwischen den äußeren Wirkungen in der Umgebung eines jeden Menschen mit dessen verborgenen, innersten Motiven. Diesen Aussagen zufolge kann jeder Mensch, mittels seiner geistigen Kapazität, die Kräfte des Lebens binden oder lösen.

Ein eigenständiges Studium solch esoterischer Aussagen, führt über die Zeit hinweg, durch Beobachtung, Reflexion und Auseinandersetzung zu tieferen Wahrnehmungen und Empfindungen. Jene oft unbewussten Motive bestimmen tatsächlich die Haltung die ein Mensch einnimmt und damit die Wirkung die er nach außen freisetzt. Indem der Einzelne die Lebenskräfte mehr für seine persönlichen Bedürfnisse und Interessen nützt, wird er diese freien, lebendigen Kräfte, die in der Natur und in allen Menschen wirken, an sich binden. Sind seine Ziele hingegen nicht mehr nur rein an das persönliche Leben ausgerichtet, sondern bewegt sich sein Interesse in Richtung eines größeren Ganzen, einer weiter gedachten Entwicklung für die Erde und für die Menschheit, kann jener Bürger diese Kräfte sogar erlösen und befreien, sodass sie vielen Menschen seines Umfeldes und der gesamten Natur wieder zufließen können.

Bindungen des Menschen blockieren seine Entwicklung

Aus dem Verb „binden“ geht, neben anderen, auch das Substantivum „Bindung“ hervor. Die zahlreichen Bindungen und Abhängigkeiten des Menschen an seine unterschiedlichen Verhältnisse des Lebens und an seine Mitmenschen, verhindern oftmals eine weiterführende sinnvolle Entwicklung, können so zu einer Art Stillstand führen und sich beispielsweise in festgefahrenen Gewohnheiten zeigen. Ein, vielleicht noch zu wenig bewusst erfasster, tiefer liegender Sinn oder Plan im Leben des einzelnen Menschen geht im Laufe eines Lebens häufig verloren und wird deshalb, auf kompensatorische Weise, in den bestehenden Bindungen und Abhängigkeiten gesucht.

Meistens geht mit diesen stagnierenden Entwicklungsphasen des Lebens, auf eine sehr subtile Art, tatsächlich ein gewisses Vergessen des individuellen Lebensplanes, der einmal gedachten Ideen, gewünschten Visionen, Träume und Ideale einher. Der eigene oder innerste Lebensplan wird im Laufe von Lebenskrisen allzu leicht auf dem Altar eines unausweichlichen Schicksals oder einer reinen Zweckorientierung des Daseins geopfert. Der eigentliche Schritt im Lebensstrom, der gerade aktuell anstehen würde, der meist auch geahnt, oder gewusst wird, wäre viel größer und würde damit Mut, Entschlossenheit und Tatkraft vom Einzelnen erfordern. Diese mutigen und aus einem individuellen Entwicklungsimpuls heraus entstehenden notwendigen Schritte, werden aus den unterschiedlichsten Gründen oft nicht gewagt.

Der Ruf der Seele nach Entwicklung

Woher aber kommt dieser innerste Ruf im Menschen, der ihn immer wieder zu einem Loslösen oder Loslassen von Altem und Gewohntem, zu jenen mutigen Schritten eines Neubeginns im Leben auffordert? Nach den Angaben der bereits erwähnten Geistesforscher Heinz Grill und Rudolf Steiner zeigt sich das Menschenbild, sehr vereinfacht wiedergegeben, in einer Dreigliederung von Geist, Seele und Körper. Dabei nimmt die Seele des Menschen eine verbindende Position der Mitte ein, zwischen dem Körper und dem Geist. Die Seele des Menschen bewohne zwar auch den Körper, sei aber viel mehr, in ihrer weiten Ausdehnung und umfassenden Größe in den schöpferisch geistigen Welten beheimatet. Die Seele sei vor allem auch ein „Bürger des Himmels“ und daher interessiert an übergeordneten universal gültigen Entwicklungsschritten der Menschheit im allgemeinen, fühle sich hingeneigt zu den großen Idealen, die zu allen Zeiten immer wieder in großartigen Persönlichkeiten aufblitzen, wie beispielsweise und schon erwähnt, in den Ideen der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.

Die konkrete und rationale Auseinandersetzung mit spirituellen Inhalten, weckt nach und nach die noch schlummernden Kräfte der Seele. Diese sind rationales, vernunftbegabtes Denken, Kreativität und Phantasie, sowie Mut und Entschlossenheit des Willens zur Tat. Mit ihrer Entwicklung lösen sich kompensatorische Bindungen und Abhängigkeiten leichter auf, der Mensch wird freier. Lebt und atmet der Mensch wieder freier von Ängsten und einem überdimensionierten Streben nach Sicherheit, wird seine Seele frei wirken können und sie wird die lebensspendenden Kräfte in der Natur und in der gesamten Umgebung aus ihrer trüben Bindung erlösen.

Je mehr lebendige, lichte und wärmende Kräfte aber in die Gemüter und die Herzen der Menschen wieder einfluten können, umso leichter wird sich so mancher von einer gewissen Schwermut, Hoffnungslosigkeit und Depression aufrichten. Ein freies, rationales Denken, ein phantasievolles Vorstellen und ein tatkräftiges Gestalten einer Zukunft wird wieder möglich. Somit könnte, von jedem einzelnen Freiheitskämpfer, eine lebendige Impulskraft ausstrahlen, die aus dem Chaos der gegenwärtigen Krise unmittelbar aufersteht. Nicht nur blasse Theorien, sondern eine real verfügbare geistige Substanz könnte damit für das Werden einer neuen zukünftigen Kultur, in der Frieden und Freiheit leben, einer Welt, in der sich die Menschen zugetan sind und in der Solidarität als ein selbstverständlicher Wert gilt, zur Verfügung gestellt werden.

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